texlipse: Latex-Dateien mit Eclipse bearbeiten

IDEs (Integrated Developmen Environment) unterstützen Programmierer bei ihrer Arbeit. Sie helfen beim Organisieren der Dateien, vervollständigen Programmfragmente und helfen Fehler zu finden. All das braucht man auch, wenn man in die Situtation versetzt wird ein Projekt mit Latex zu bearbeiten. Meine Diplomarbeit verfasse ich ebenfalls in Latex – diese Woche bin ich auf ein Plugin für Eclipse gestossen, mit dem man darin Latex bearbeiten kann. Das Plugin nennt sich texlipse – die Projekthomepage findet man unter: http://texlipse.sourceforge.net/.

Funktionsumfang

Das Plugin hat viele Funktionen, von denen ich sicher nicht alle Nutzen werde. Ein paar will ich hier aber nennen.

Übersicht über die Dokumentengliederung

Das Plugin bietet eine Übersicht, in der die vollständige Gliederung des Dokuments jederzeit sichtbar gemacht werden kann. Das hilft dabei, schnell zwischen verschiedenen Kapiteln hin und her wechseln zu können. Ausserdem kann man damit leichter kontrollieren, ob die Gliederung alle gewünschten Informationen hat.

Übersicht über die Dokumentengliederung

Übersicht über die Dokumentengliederung

Vervollständigung von Referenzen und Zitaten

(Literatur-) Zitate, die in einer separaten Bibtex-Datei definiert wurden, werden automatisch vervollständigt.

Zitate werden vervollständigt

Zitate werden vervollständigt

Zeigt Fehler im Dokument an

Fehler in der Latex-Syntax werden automatisch angemerkt. Auch wenn beim Übersetzen des Dokumentes Fehler auftreten, werden diese in der IDE angezeigt.

Fehler werden an der entsprechenden Stelle angezeigt

Fehler werden an der entsprechenden Stelle angezeigt

Vervollständigt spezielle Satzzeichen

Latex besitzt einen großen Umfang an speziellen Satzzeichen, die im Dokument verwendet werden können. Beispielsweise werden drei Punkte (…) in Latex als \ldots geschrieben. Diese Konvertierung wird automatisch während der Eingabe vorgenommen.

Die Eingabe wird automatisch an Latex angepasst

Die Eingabe wird automatisch an Latex angepasst

Eingabehilfe für Sonderzeichen

Das Plugin bietet auch eine Eingabehilfe für Sonderzeichen.

Eingabehilfe für Sonderzeichen

Eingabehilfe für Sonderzeichen

Außerdem

… gibt es noch einen Tabellenmodus und das Ergebnisdokument wird beim Abspeichern automatisch erstellt.

Installation

Die Anleitung zur Installation finden sich auf der Projekthomepage von texlipse. Wie unter Eclipse inzwischen üblich, muss man den Link zu den texlipse-Updateseiten unter Help->Software Updates->Available Software hinzufügen und Eclipse anweisen, dieses Plugin zu installieren (Eclipse 3.4.0 Ganymede). Der Update-Link für texlipse ist http://texlipse.sourceforge.net/

Alternativen

Im Vorfeld habe ich mich etwas umgeschaut, ob es Alternativen für andere IDEs gibt – speziell für Netbeans. Leider wird das Latex-Plugin für Netbeans nicht mehr weiterentwickelt – ich konnte es unter Netbeans 6.1 nicht installieren. Auf einer Mailingliste wurde auch nach diesem Plugin gefragt, da kam die Antwort, dass es offensichtlich nicht weiter gepflegt wird.

Mir hilft die Arbeit unter Eclipse, strukturierer vorzugehen. Um ein Anständiges Projektlayout muss man sich zwar immer noch kümmern, aber auch da hilft einem texlipse – für die Latex-Sourcen, die Ausgabedatei und temporäre Dateien existieren getrennte Verzeichnisse. Ich habe noch ein “resources” Verzeichnis angelegt, in dem andere notwendige Dateien (z.B. Bilder oder Styles) liegen.

Projektlayout in texlipse

Projektlayout in texlipse

So, dann wünsche ich euch mal viel Spass damit. Über Anregungen und Updates zu diesen Infos hier freu nicht nur ich mich sonder sicher auch andere Leute, die etwas übersichtlicher Latex-Dokumente bearbeiten wollen.

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12 Responses to texlipse: Latex-Dateien mit Eclipse bearbeiten

  1. Sascha says:

    Vielen Dank für die Vorstellung dieses Plugins, echt nützlich.

    Ich hab vor einigen Monaten das auch mal getestet (nach Tipp von Marianne), und was mir noch auffällt bzw. Fragen:
    - dieses automatische (zeitintensive) Erstellen von PDF-Dokumenten beim Speichern lässt sich nicht abstellen, oder?
    - was benutzt du für die Bibtex-Daten? Braucht man dafür wieder ein extra Bibtex-Verwaltungsprogramm um komfortables Editieren zu ermöglichen? Oder kann das Plugin auch diese Daten gut verwalten (und unter “Resourcen\” strukturieren?)

  2. oscar says:

    Das Erzeugen der PDFs kann in der Tat sehr lange dauern. Ich hab aber noch keinen Weg gefunden, wie man das abstellen kann. Was es gibt, ist die Anweisung, das PDF nur partiell zu übersetzen (also immer nur die Aktuelle Datei, wenn man sein Dokument in mehrere Dateien aufgeteilt hat -> http://texlipse.sourceforge.net/manual/build.html ).

    Die Bibtex Dateien editiere ich auch mit texlipse, in Version 1.2.2 unterstützt das Plugin auch die Bibtex-Anweisungen und bietet eine Autvervollständigung an (mit strg-Space).

  3. oscar says:

    Noch ein Update: Wenn man nicht will, dass das PDF (die Ausgabeidatei) bei jedem Speichern automatisch generiert wird, dann kann man in Eclipse unter Window->Preferences->Gerneral->Workspace die Option “Build automatically” abschalten.

    Das PDF kann man dann über die Option Project->Build Project erzeugen.

  4. Sascha says:

    Hi…
    nach einiger Zeit versuche ich nun auch mit diesem Plugin eine Hausarbeit zu schreiben.

    Wie hast du denn damals das Problem mit der Rechtschreibkorrektur gelöst?

    Anscheinend braucht man für Texclipse Aspell, für Windows gibt es aber nur Version 0.5 und die funktioniert mit den Wordlisten von 0.6 nicht.
    Und der Einstellungspunkt “Use internal Eclipse spell checking” benutzt nur die interne Englische Rechtschreibkorrektur bzw. ein Benutzerwörterbuch…

    Fragen über Fragen :-) ..

    Danke :-)

  5. oscar says:

    Ich hab die Umgebung leider nicht mehr zur Hand. Die Rechtschreibung habe ich zwar installiert gehabt aber nur 2-3 mal verwendet. Mit Aspell gab es da eigentlich keine Probleme – zumindest ist mir nichts aufgefallen. Den Rest habe ich gegenlesen lassen ;)

  6. Sascha says:

    ok :-) danke.

    und nochwas :-) :
    Wie hast du denn die Style-Dateien aus dem resources/style Ordner mit eingebunden?

    Entweder muss man doch MikTex so konfigurieren, dass es sie findet, oder in das gleiche Verzeichnis (nicht Unterverzeichnis) wie die tex-Datei kopieren…? Oder gibts da noch ne andere Lösung?

    thx :-)

  7. Sascha says:

    ähm ja :-) einfach referenzieren ist die Lösung :-) :
    \documentclass{resources/styles/Seminar}

  8. Annette says:

    Schöne Zusammenfassung des texlipse-Plugin. Ich bin aufgrund einer anderen Google-Suchanfrage hier gelandet. Nachdem was ich hier lese, ist das Plugin etwas für absolute Eclipse-Freaks. Ich nutze da doch lieber das TeXnic-Center, welches genau für diesen Zweck entwickelt wurde. Hier gibt es z.B. keinen PDF-Build beim automatischen Speichern und alle beschriebenen Funktionen beherrscht das TeXnic-Center auch :-)

  9. oscar says:

    @Annette danke dir für den Hinweis – du hast sicher recht, man muss sich mit Eclipse schon auskennen – für das TeXnic-Center habe ich auf Anhieb ausser Windows allerdings keine andere unterstützte Platform gefunden.

  10. Marianne says:

    Ich habe das TeXnic-Center auch getestet und finde es unbenutzbar, da UTF-8 nicht unterstützt wird.

    Ich bin übrigens auch per google hier gelandet und war sehr überrascht in den Kommentaren meinen Namen zu finden. ;-)

    @Sascha: Aspell geht bei mir, ich habe nur gegoogelt, wie man die Benutzerwörterbücher einrichtet, wobei ich dann aufgab und mein Benutzerwörterbuch einfach in apell/dict eingebunden habe, was wunderbar funktioniert.

    @Oscar: Beste Grüße, lang nicht mehr gesehen! :)

  11. Martin says:

    Ich schreibe gerade meine Diplomarbeit mit Texlipse und hab zu diesem Zweck eine eigene, abgespeckte Eclipse Version erstellt. Eclipse startet so in wenigen Sekunden. Ist zwar immer noch viel anspruchsvoller bezüglich Speicher und CPU als zB das Texnic-Center, aber ich konnte mich ans Texnic-Center nicht gewöhnen.
    Da ich Eclipse vom Programmieren her kenne, ist es eindeutig meine Favorisierte Umgebung.

    Das automatische PDF generieren schaltet man übrigens ab, indem man im Menü Project den Punkt “Build Automatically” deaktiviert. Dafür taucht dann in der Symbolleiste rechts neben dem Druckersymbol ein neues Icon für “Build All” auf. Strg+B tut’s im übrigen auch, damit das PDF generiert wird.

    Als PDF-Viewer nutze ich texworks, das kann man während des bauens auch offen lassen und aktualisiert sich dann automatisch.

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